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Amt Elsterland
 
 
 
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Natur und Umwelt

Das Elsterland blüht auf

Dieses Mal: Zu viel Kies, zu viel Schotter?  Grün statt Grau

Der Garten gilt seit der Mensch sesshaft ist als Visitenkarte seines Zuhauses und als Stolz der Bewohner und Nutzer. Herrscher der ganzen Welt ließen und lassen sich ihre Ansitze damit perfekt in Szene setzen, leiteten dafür ganze Flüsse um, erfanden Wasserspiele und studierten die Kunst des Gartenbaus.

Jeder hat schon einmal von den 'hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon' gehört, immerhin eines der sieben Weltwunder. Oder Sie waren schon einmal auf einer Bundes- oder Landesgartenschau, im Botanischen Garten oder im Gartenbaumarkt?

Laut Wikipedia ist ein Garten ein "umfriedetes Land zum Zweck des Anbaus von Pflanzen". 

Zunehmend setzt sich deutschlandweit ein Typ der Gartengestaltung durch, in dem sich nichts von der üblichen Auseinandersetzung mit dem Gestaltobjekt "Garten" wiederfindet. Es geht um den so genannten "Kiesgarten", welcher durch eine besonders sparsame Form der Pflanzenverwendung und einer insgesamt stark ausgeprägten Gestaltungsarmut definiert ist.

Für diese "Kiesgärten" wird neben Kies auch Schotter oder Split verwendet, also alles Materialien welche für gewöhnlich im Eisenbahn- oder Autobahnbau verwendet werden.

 Die vorgärtnerischen Steinwüsten heizen sich unter Sonneneinstrahlung auf und speichern noch mehr der unerträglichen Sommerwärme. Ein zuvor eingebrachtes Vlies soll den Unkrautbewuchs stoppen, kann aber einen Eintrag von Anflugsaat nicht verhindern. Sich in die Steine festsetzende Blätter und Stäube lassen die Schotterflächen schnell ungepflegt aussehen und im negativen Sinne "aufblühen". Tiere finden zudem keine Nahrung, Regenwasser kann nicht versickern.

Der Vorgarten als Visitenkarte des Hauses! - Welches Licht wirft ein solcher Garten auf seine Bewohner?

Sind es lieblos mit Schotter überschüttete Vorgärten und Steinwüsten oder mit einem schlüssig-erkennbaren Konzept umgesetzte Gärten nach japanischem Vorbild?

Doch ein japanischer Garten muss auch mit seinem Gegensatz - dem Wasser - zusammentreffen, als Elexier des Lebens. Steine und Wasser zusammen vermitteln beim Anschauen Gelassenheit und Reflexion. Blanke Steinwüsten hingegen Ödnis und Armut.

Es ist unbestritten, dass Steine in jeder Form in Gärten eine gestalterische Bereicherung darstellen - vorausgesetzt sie werden mit einer geeigneten Pflanzung kombiniert.

Darum: Lassen Sie die Vorgärten wieder Teil eines ästhetisch bereichernden Gestaltelementes im Ortsbild werden! Ohne Vliese und Folien können die Böden wieder atmen, Regenwasser aufnehmen, die Vogelwelt mit Futter versorgen. Mehrjährige winterfeste Stauden sind pflegeleicht und ein bunter Blickfang. Kombiniert man diese mit Kräutern und einjährigen Blumen, so kehrt mit wenig Aufwand wieder richtig Freude und (Insekten)Leben in die einstige Stein-Ödnis.

 

Insektenfreundliche Nutz- und Zierpflanzen zum Download

 

Das Elsterland blüht auf

Dieses Mal: Mit Kindern gärtnern

Im Jahre 1840 öffnete der erste "Kindergarten" seine Pforten, seitem wird das im täglichen Sprachgebrauch fest verankerte Wort mit dem heimischen Garten in Verbindung gebracht. Der Erfinder des Kindergarten, Friedrich Fröbel, erkannte schon früh, dass Garten und Natur das wichtigste Umfeld für Kinder ist und eine hohe Bedeutung in der Erziehung der Kinder besitzt. So kann schon in früher Kindheit der Grundstein für eine enge Beziehung der Kinder zur Natur gelegt werden, da die Wertschätzung von Natur und Umwelt oft auf positive Erfahrungen in der Kindheit beruhen.

Um sich ideal zu entwickeln, sollten junge Menschen einen großen Teil ihrer Zeit im Grünen spielen, denn Natur ist gesund. Dabei lernen die Kleinen die Lebenskreisläufe kennen, bauen Berührungsängste mit gesunden Nahrungsmitteln ab, übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen, erfahren Selbstwirksamkeit, können experimentieren, lernen Aufwand und Arbeitswert der Nahrungsmittelherstellung kennen und haben nebenbei jede Menge Spaß. Naturerfahrungen entspannen zudem die Kinder, wirken einer Reizüberflutung entgegen und vermitteln nachhaltiges Handeln.

Da die Kleinsten ihre gärtnerische Bezugsperson nachahmen wollen, sind sie zunächst eher Beobachter. Nahezu alles was im Garten gefunden wird, wird zum Spielzeug erklärt. Diese kindliche Lernstrategie nutzend, können nun schon Fragen wie "Welche Tierchen bevölkern Ihren Garten?", "Welche Beeren sind schon reif?", "Wie schmecken die unreifen?" oder "Gibt es hübsche Fundstücke wie Blätter, Rinde oder Samen, mit denen sich basteln lässt?" erklären und begreifen.

Die Lieblingsbeschäftigung von Kindern im Garten ist das Ernten. Sorgen Sie also dafür, dass es etwas zu ernten gibt, zum Beispiel in Form einer Naschhecke. Außerdem werden Kinder sich länger und lieber im Garten aufhalten, wenn sie ein eigenes Versteck oder etwas zum Klettern haben.

Kinder begreifen ihre Umwelt mit allen Sinnen, vielleicht kultivieren Sie die eine oder andere Pflanze wegen ihrer interessanten haptischen Eigenschaften, wie etwa Wollziest. Andere duften besonders aromatisch oder locken Tiere an, die sich dadurch wunderbar beobachten lassen.

Es ist dabei ratsam, auf sehr stachelige und giftige Pflanzen zu verzichten. Selbstverständlich sollten Sie auch davon Abstand nehmen, giftige Pflanzenschutzmittel zu verwenden.

Sobald das Kind alles „selber machen“ will, ist der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen: die Planung seines eigenen Projektes. Beziehen Sie die Kleinen von Anfang an in die Vorbereitungen ein, denn Mitbestimmung ist ein wichtiger Faktor um das Interesse für die Pflanzung langfristig aufrecht zu erhalten.

Legen Sie gemeinsam eine Wunschliste an. Welche Kräuter mag ihr Sprössling besonders gern? Welches Obst, welches Gemüse? Welche Blumen? Ist etwas dabei, das pflegeleicht genug ist, wie zum Beispiel Salat, Zuckererbsen oder Sonnenblumen?

Nehmen Sie sich nicht zu viel vor und pflanzen Sie Arten, welche robust und einfach zu pflegen sind und rasch Erfolgserlebnisse bringen. Fangen Sie mit ein oder zwei verschiedenen Arten und wenigen Pflänzchen an, die der kindlichen Fürsorge anvertraut werden. Ein bis zwei Quadratmeter reichen für den Beginn völlig aus. Bestimmen Sie gemeinsam den Platz für die Pflanzung. Stecken Sie das Beet ab und bereiten Sie gemeinsam den Boden vor.

Wenn Sie ein Balkon- oder Indoorprojekt planen, bemalen Sie zusammen die Töpfe und schaffen Sie Platz auf der Fensterbank. Auch Projekte, die etwas Geduld erfordern – wie das Keimenlassen eines Avocadokerns – können sehr eindrücklich sein. Ihr Kind wird stolz sein!

Auch wenn Kinder das kleinere Werkzeug der Erwachsenen mitbenutzen können, so sind zumindest die langstieligen Erwachsenengeräte durchweg zu schwer und dadurch auch nicht sicher. Es lohnt sich daher, über eine kleine Grundausstattung für Kinderhände nachzudenken, eventuell aus Spaten, Rechen und Pflanzschaufel bestehend. Viele Geräte werden mit Teleskopstiel geliefert, die Investition wächst also viele Jahre mit. Es versteht sich von selbst, dass scharfes und spitzes Werkzeug altersadäquat und nur unter Beisein eines Erwachsenen verwendet werden darf.

Weitere Infos und eine Übersicht für buchstäblich kinderleicht zu pflegende Pflanzen im "Kindergarten" gibt es auf der Internetseite des Amtes Elsterland (www.elsterland.de in der Rubrik Service, 'Natur und Umwelt').

Mit Kindern gärtnern geeignete Pflanzen zum Download

Das Elsterland blüht auf

Dieses Mal: Tränkstellen für Igel und Vögel

Stellen Sie sich vor, sie haben Durst und laufen durch Ihre Gemeinde. Wo würden Sie eine natürliche Wasserstelle finden, an dem Sie Ihren Durst stillen können?

Die Anzahl der offenen und verfügbaren Wasserstellen hat in unserem Amtsgebiet in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen, da Entwässerungsmulden zwecks vereinfachter Rasenpflege eingeebnet und Gräben teilweise verrohrt wurden.

 Für Kleintiere wie Eichhörnchen und Igel ein ebenso unsäglicher Zustand wie für Insekten und Vögel, da die Entfernung zur nächsten Tränkstelle einfach zu groß oder zu gefahrvoll ist, weil vielleicht eine stark befahrene Straße den Weg dahin quert.

Bitte helfen Sie mit, Tränkstellen zu schaffen!

Neben Gartenteichanlagen eignen sich dazu alte Topfdeckel, Terracotta-Untersetzer, Woks oder wie in unserem Beispiel Emailleschüsseln. Die Tränkstellen für Insekten und Vögel können auch auf dem Balkon errichtet werden. Ein großer und aufragender Stein inmitten der Tränkstelle und flache Böschungen am Rande der Teichanlagen sorgen dafür, dass die Wasserbecken nicht zu tödlichen Ertrinkungsfallen werden.

So können sich in das Wasser gefallene Insekten zum Stein hin retten und diesen zum Herauskrabbeln nutzen, bevor sie ertrinken.

Im Idealfall sollte auch eine Flachwasserzone zum Vogelbaden vorhanden sein.

Das Trinkwasser sollte stets frisch und ungechlort sein. Eine regelmäßige Säuberung der Wasserstelle beugt der Ausbreitung von Krankheiten vor, Bakterien wie z.B. Suttonella ornithocola (verursacht bei Vögeln eine Lungenentzündung und ist der Grund des aktuellen Blaumeisensterbens) haben somit keine Chance.

In der Nähe der Tränke sollte eine Anlandemöglichkeit für Vögel sein, damit diese vor dem Baden und Trinken die Umgebung nach Fressfeinden wie Katzen absuchen können.

Eine kleine solarbetriebene Pumpe kann aus der Tränkstelle auch ein kleines Wasserspiel für den Garten werden lassen, und sorgt somit für ein angenehmes Plätschern in der grünen Oase.

Ein angenehmer Nebeneffekt: durch die Verdunstung des Tränkwassers entsteht eine angenehme Verdunstungskühle. Dieser lokale Kühleffekt mag zwar gering erscheinen und für kaum merkbar gehalten werden... Aber auch hier macht es die Menge! Wenn es viele kleine Tränkstellen gibt, dann gibt es viele Verdunstungsmöglichkeiten, die in Summe den heißen Sommer erträglicher machen.