Eichenprozessionsspinner – Informationen und Hinweise

Amt Elsterland, den 21.​07.​2026

  Vorsicht: Gesundheitsgefahr durch den Eichenprozessionsspinner

 

Der Eichenprozessionsspinner tritt derzeit wieder vermehrt auf. Seine Raupen besitzen feine Brennhaare, die bei Menschen und Tieren gesundheitliche Beschwerden verursachen können.

Um Ihre Gesundheit zu schützen, bitten wir Sie um erhöhte Aufmerksamkeit und einen vorsichtigen Umgang in Bereichen mit Eichen. 

 

Was ist der Eichenprozessionsspinner?

Falter des Eichenprozessionsspinner

  Der Eichenprozessionsspinner ist ein nachtaktiver Schmetterling mit einer Flügelspannweite von etwa 25 bis 35 Millimetern. Er ist unscheinbar und besitzt bräunlich bis hellgrau gefärbte Vorderflügel mit schwach ausgeprägten Querbinden.

Die Verpuppung erfolgt, abhängig von der Witterung, ab etwa Mitte Juni. Die Raupen spinnen ihre Kokons dicht nebeneinander in den Gespinstnestern. Die Kokons sind tonnenförmig und gelb bis rotbraun gefärbt. Die Puppen sind ockergelb bis braun und mit Brennhaaren versehen.

 

 

Warum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?

 

Gesundheitsgefahr für Menschen und Tiere

Die gesundheitliche Gefahr geht von den feinen Brennhaaren der Raupen aus. Bereits der direkte Kontakt mit den Raupen oder ihren Brennhaaren sowie aufgewirbelte Haare in der Nähe von Gespinstnestern können gesundheitliche Beschwerden verursachen.

Die Brennhaare reizen Haut und Schleimhäute sowohl mechanisch als auch chemisch. Typische Beschwerden sind:

  • starker Juckreiz und Hautausschläge,

  • Hautentzündungen,

  • Reizungen der Augen und Atemwege,

  • in einigen Fällen Fieber oder Schwindel.

Mit wiederholtem Kontakt kann die Empfindlichkeit gegenüber den Brennhaaren zunehmen. Auch Haustiere können betroffen sein und ähnliche Symptome entwickeln.

Hautentzündungen durch die Brennhaare

 

Schäden an Eichen

Der Eichenprozessionsspinner befällt ausschließlich Eichen. Besonders betroffen sind ältere, freistehende Bäume in Parks, an Straßen oder an sonnigen Waldrändern. Bei starkem Auftreten können jedoch auch junge Eichenbestände geschädigt werden.

Ein einmaliger Kahlfraß kann von den Bäumen häufig noch ausgeglichen werden. Wiederholter Fraß schwächt die Eichen jedoch erheblich. Dadurch steigt das Risiko, dass einzelne Bäume oder sogar ganze Bestände absterben. Das Ausmaß der Schäden hängt zusätzlich von weiteren Schädlingen, Krankheiten sowie den Witterungsbedingungen der folgenden Jahre ab.

 

 

Wie können Sie sich schützen?

Bitte beachten Sie folgende Verhaltensregeln:

  • Berühren Sie Raupen und Gespinstnester niemals.

  • Weisen Sie insbesondere Kinder auf die Gefahr hin.

  • Meiden Sie befallene Bereiche möglichst vollständig.

  • Bleiben Sie auf befestigten Wegen und verlassen Sie diese nicht.

  • Wechseln und waschen Sie nach einem Aufenthalt in einem Befallsgebiet Ihre Kleidung und duschen Sie möglichst.

  • Achten Sie darauf, dass Brennhaare nicht über Kleidung, Schuhe oder Haustiere in die Wohnung gelangen.

  • Bei starken gesundheitlichen Beschwerden suchen Sie bitte umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf.

 

 

Verdacht auf einen Eichenprozessionsspinner?

Haben Sie Raupen oder Gespinstnester entdeckt und vermuten einen Befall?

Bitte melden Sie den Standort umgehend:

  • per E-Mail an 

  • telefonisch unter (035326) 98186

  • oder persönlich während der Sprechzeiten bei Frau Fritzsche

Je genauer die Standortangabe ist, desto schneller kann der Befall überprüft und gegebenenfalls beseitigt werden.

 Knospenfraß durch die Eiräupchen 

 

Welche Bekämpfungsmaßnahmen werden eingesetzt?

Zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners kommen, je nach Situation, biologische oder chemische Mittel sowie mechanische Verfahren zum Einsatz.

Dabei wird zwischen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Maßnahmen zum Schutz der Bäume unterschieden. Für den Gesundheitsschutz werden zugelassene Biozide verwendet. Zum Schutz der Bäume kommen Pflanzenschutzmittel nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz.

Die Behandlung ist besonders wirksam, solange sich die Raupen noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Der optimale Zeitraum liegt, abhängig von der Witterung, zwischen Ende April und Mitte Mai. Eine ausreichende Wirkung wird nur erzielt, wenn die Baumkronen vollständig benetzt werden.

Ist eine Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln nicht mehr möglich oder sinnvoll, werden die Nester mechanisch entfernt. Das Absaugen der Nester gilt als besonders sichere Methode, da hierbei auch die gefährlichen Brennhaare beseitigt werden. Diese Maßnahme wird insbesondere dort eingesetzt, wo eine erhöhte Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung besteht.

Befallenes Laub sollte ausschließlich fachgerecht entsorgt und keinesfalls auf dem eigenen Grundstück kompostiert werden. Ansprechpartner hierfür sind die zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger.

 

Bild zur Meldung: Eichenprozessionsspinner – Informationen und Hinweise